Der Clown als Schutzmechanismus

Absichtlich lachen fällt schwer!

Als Lachtrainerin ist mir ein „witziges“ Verhaltensmuster aufgefallen: Wenn Menschen eingeladen werden, einfach ohne Grund zu lachen, übernimmt manchmal jemand die Rolle des Clowns. Diese Person macht Geräusche, übertreibt Bewegungen oder versucht, andere zum Lachen zu bringen.

Und genau das zeigt, wie ungewohnt, ja sogar unangenehm (!) absichtliches Lachen für Erwachsene geworden ist.

Lachen ohne Grund widerspricht unserer Gewohnheit

Wir sind daran gewöhnt, dass Lachen eine Reaktion auf Humor, Situationen oder andere Menschen ist.
Im Lachyoga ist das anders: Hier beginnt das Lachen bewusst, ohne Witz oder Anlass. Allein die Entscheidung lachen zu wollen reicht aus um Lachyoga zu praktizieren. Durch Klatsch-, Lach- und Körperübungen entsteht bewusstes Lachen, ganz ohne Grund. Und weil der
Körper nicht zwischen echtem und absichtlich erzeugtem Lachen unterscheiden kann, setzen auch bei Lachyoga die positiven Effekte des Lachens ein. Das ist der Grund, warum wir Lachyoga praktizieren: um glücklich und gesund zu bleiben!

Beim Lachen ohne Grund verlassen wir unsere gewohnte Komfortzone.

In diesem Moment kann Unsicherheit entstehen. Und genau dann schlüpft gelegentlich jemand in eine Clown-Rolle.

Der Clown als Schutzmechanismus

Wenn eine Person beginnt, den Clown zu spielen, passiert meist etwas sehr Menschliches: Schutz.

Die clowneske Rolle lenkt die Aufmerksamkeit von der eigenen Unsicherheit weg und hilft, die Situation unter Kontrolle zu halten.
Wer andere zum Lachen bringt, muss selbst kein grundloses Lachen zulassen. Die Situation bleibt kontrollierbar. Statt echter Erfahrung entsteht Leistung.

Warum „einfach lachen“ schwerer ist als gedacht

Teilnehmer begegnen dabei häufig ähnlichen inneren Hürden:

  • Kontrollverlust – Lachen ohne Grund wirkt ungewohnt irrational.
  • Schamgefühl – Die Angst, beobachtet zu werden.
  • Leistungsdenken – Der Wunsch, etwas richtig zu machen.

Der Clown übernimmt diese Spannung sichtbar für einen Moment — fast stellvertretend für die Gruppe.

Die Clownrolle widerspricht dem Prinzip des Lachyoga. Doch wenn das Clownspielen Schutz bietet, darf es bleiben. Manchmal ist genau das der erste mögliche Schritt: überhaupt teilzunehmen, präsent zu sein und das eigenen Lachen wiederzufinden. Das Ziel ist nicht, die Clownrolle zu eliminieren, sondern die eigenen Muster zu erkennen und Stück für Stück ins bewusste, zwangsfreie Lachen einzutauchen. Ein geschützter Raum bietet dafür Sicherheit, Geduld und Anleitungen, die diesen Prozess ermöglichen.

So kann aus der anfänglichen Schutzstrategie allmählich eine echte Erfahrung des bewussten Lachens werden. Lachen lässt sich nicht erzwingen — und auch nicht beschleunigen. Jede Person nähert sich dem absichtlichen Lachen in ihrem eigenen Tempo.

Einladung statt Performance

Lachyoga ist keine Show und kein Humortraining. Es ist eine Einladung, kurz aufzuhören, sinnvoll sein zu müssen. Je weniger jemand versucht, lustig zu sein, desto leichter entsteht echtes Lachen. Ohne Leistungsdruck werden durch Körperübungen Glückshormone produzier und Schritt für Schritt werden wir freier und gelassener.

Und manchmal gehört auch der Clown einfach zum Weg dazu.

Wenn du diesen Weg selbst gehen möchtest, bist du eingeladen, an einem LachMit-Workshop teilzunehmen.

Melde dich hier zu einem Lachyoga Workshop in Wien an und erlebe i einem geschüten Raum die Kraft des bewussten Lachens.

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