Lachen ist Pflicht – Japans ungewöhnlicher Weg zur Gesundheit

In der japanischen Präfektur Yamagata wurde kürzlich eine bemerkenswerte Verordnung verabschiedet: Die Einwohner sollen mindestens einmal täglich lachen – und das nicht aus Spaß, sondern aus gesundheitlichen Gründen.

Studien zeigen, dass regelmäßiges Lachen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, Stress abbauen und die Lebensfreude steigern kann. Lachen setzt Endorphine frei, stärkt das Immunsystem und fördert soziale Bindung.

Ich persönlich finde es großartig, wenn viele Lachimpulse gesetzt werden – sei es durch Lachyoga, humorvolle Begegnungen oder einfach durch bewusste Momente der Freude. Denn Lachen ist nicht nur gesund, sondern auch befreiend, verbindend und belebend.

Doch: Wie kann man lachen, wenn Lachen kulturell anders verankert ist?

In Japan ist das Lächeln – das sogenannte egao – tief in der Kultur verankert. Es gilt als Zeichen von Höflichkeit, Respekt und sozialer Harmonie. Servicepersonal, Kolleg:innen und sogar Fremde lächeln oft, um Freundlichkeit zu zeigen – selbst wenn sie sich innerlich nicht fröhlich fühlen.

Lautes, unkontrolliertes Lachen (warau) hingegen ist in vielen sozialen Situationen eher unüblich. Es kann als unangemessen oder störend empfunden werden, besonders in formellen oder öffentlichen Kontexten. Die japanische Kultur legt großen Wert auf Zurückhaltung, Gruppenharmonie und respektvolles Verhalten – und lautes Lachen kann diese stillen Regeln durchbrechen.

Das bedeutet aber nicht, dass Japaner:innen nicht gerne lachen – im privaten Rahmen, unter Freund:innen oder in humorvollen Medien wird sehr wohl gelacht. Nur eben anders als in westlichen Kulturen, wo Lachen oft als spontaner Ausdruck von Authentizität gilt.

Die Herausforderung besteht also darin, neue Räume zu schaffen, in denen Lachen nicht peinlich oder unangemessen wirkt – sondern als gesund, verbindend und wohltuend erlebt werden darf. Lachyoga kann hier eine Brücke sein: Es erlaubt bewusstes, gemeinsames Lachen in einem sicheren Rahmen, ohne Bewertung oder Erwartung.